FINANZIERTE KAPITALANLAGEN

MERKMALE

Ein finanziertes Geschäft liegt vor, wenn z.B. bei der Ver­mit­tlung von Anlage­pro­duk­ten zur (Teil-)Finanzierung der Ein­lage des beitre­tenden Ver­brauch­ers (Zeich­n­ers) ein Dar­lehensver­trag vom Anlage­ber­ater mitver­mit­telt wird. In diesem Fall existieren bei­de abgeschlosse­nen Verträge, also Dar­lehensver­trag und Anlagegeschäft, in Abhängigkeit voneinan­der. Sie bilden eine wirtschaftliche Ein­heit und zwei miteinan­der ver­bun­dene Geschäfte.

Liegt ein solch­es ver­bun­denes und ein­heitlich­es Geschäft vor und hat die Wider­rufs­frist bei einem der Verträge noch nicht zu laufen begonnen, wirkt sich der Wider­ruf eines Ver­trages auf den jew­eils anderen Ver­trag mit der Folge aus, dass das Gesamt­geschäft rück­abgewick­elt wird.

ANGRIFFSPUNKTE

Fol­gende Angriff­spunk­te kön­nen zur Rück­ab­wick­lung des Geschäftes bzw. zur  Durch­set­zung von Schadenser­satzansprüchen führen:

  • Fehlende/fehlerhafte Wider­rufs­belehrung und weit­er­hin beste­hen­des Wider­ruf­s­recht
  • Der Wider­ruf des Dar­lehensver­trages erstreckt sich dann auch auf das finanzierte Geschäft
  • Schadenser­satz wegen eventuellem Ver­schweigens von Rück­vergü­tun­gen

VORTEILE

Liegen die beschriebe­nen Män­gel vor, kann der Dar­lehen­snehmer daraus fol­gende Vorteile ziehen:

Im Falle des wirk­samen Wider­rufs:

  • Schadenser­satz für die Leis­tun­gen aus dem Dar­lehensver­trag (Zins und Tilgung zzgl. Zin­snutzun­gen)
  • Schadenser­satz für das in den Fonds eingezahlte Eigenkap­i­tal (ggf. gemindert um erfol­gte Fond­sauss­chüt­tun­gen)
  • Keine weit­ere Forderung aus dem Dar­lehensver­trag, da rück­abgewick­elt

Der Anleger wird also so gestellt, als wenn er die Anlage nicht geze­ich­net hätte.